Hymmen setzt auf findIQ

Wissensplattform ermöglicht effiziente Inbetriebnahme von Digitaldruckanlagen weltweit
Hymmen Mitarbeitende an einer Maschine

Wenn hochkomplexe Digitaldruckanlagen in den USA in Betrieb genommen werden müssen, steht der Maschinen- und Anlagenbauer Hymmen vor einer besonderen Herausforderung: Wie lässt sich das jahrzehntelang, vor allem in Deutschland aufgebaute Expertenwissen schnell und zuverlässig an neue Mitarbeiter auf der Kundenseite weitergeben? Die Antwort lautet: mit der findIQ-Software. 

Die FINDIQ GmbH aus Vlotho bietet seit 2022 eine KI-basierte Software zur Sicherung und Weitergabe von Expertenwissen im Maschinenservice. Anders als generische Sprachmodelle nutzt findIQ ein spezialisiertes KI-Modell für präzise, zuverlässige Antworten – skalierbar über Maschinen, Standorte und Länder hinweg. Namhafte Unternehmen aus den verschiedensten Industriebereichen setzen bereits auf die Lösung, Maschinenhersteller genauso wie produzierende Firmen. 

Die Herausforderung: Komplexe Technologie, große Distanzen 

Hymmen aus Bielefeld stellt unter anderem Digitaldruckanlagen mit dem DLEplus-Verfahren her – hochspezialisierte Sondermaschinen mit kundenindividuellen Besonderheiten.

Die Bedienung ist erklärungsintensiv und teilweise kundenindividuell. Unsere Kunden bringen nicht zwingend einen riesigen Erfahrungsschatz mit, wenn sie auf eine neue Technologie setzen.
Michel Ahring
Head of Division Service bei Hymmen

Besonders bei der Inbetriebnahme von Anlagen in Übersee wird deutlich: Es ist weder wirtschaftlich noch praktikabel, ständig erfahrene Servicetechniker rund um den Globus zu schicken. Gleichzeitig fehlt es – wie in vielen anderen Unternehmen – zunehmend an Fachkräften, die das nötige Know-how mitbringen. 

Die Lösung: Digitales Expertenwissen in der App 

Seit Anfang 2023 arbeitet Hymmen mit findIQ zusammen. Das Ziel: Das Wissen langjähriger Servicetechniker digital zu erfassen und strukturiert zugänglich zu machen – für die eigenen Mitarbeiter und für die Kunden. Bereits nach rund neun Monaten stand eine umfassende Wissensbasis zur Verfügung. 

Der entscheidende Unterschied zu klassischen Dokumentenablagen oder generischen KI-Lösungen: findIQ nutzt ein spezialisiertes KI-Modell, das echten Wissenstransfer ermöglicht und im industriellen Kontext sehr präzise Antworten ermöglicht. Während Dokumente nur Informationen bereitstellen, liefert findIQ kontextbezogene, schrittweise Anleitungen zur Fehlerbehebung – genau so, wie es ein erfahrener Servicetechniker vor Ort tun würde. 

Praxisnutzen: Schnellere Einarbeitung, autonome Problemlösung 

Die Vorteile zeigen sich an mehreren Stellen: 

Für Hymmen-Servicetechniker bedeutet die Software eine deutlich kürzere Einarbeitungszeit. Neue Mitarbeiter können schneller eigenständig zum Kunden fahren, weil sie über die App Zugriff auf das gesamte digitalisierte Expertenwissen haben – inklusive der Interpretation von Fehlermeldungen und konkreten Handlungsempfehlungen. 

Für Hymmen-Kunden ist die findIQ-Software mittlerweile ein fester Bestandteil des Serviceangebots im Digitaldruckbereich. Sie können verschiedene Serviceleistungen buchen, der Zugang zur Wissensplattform ist ein wichtiger Teil davon. „Dadurch können unsere Kunden bestimmte Probleme an der Maschine auch selbst lösen, ohne immer den Kontakt zu uns suchen zu müssen“, so Ahring. Das ist besonders bei Anlagen in den USA von großem Vorteil: Zeitzonendifferenzen spielen keine Rolle mehr, wenn das Wissen 24/7 digital verfügbar ist. 

Skalierbar und individuell anpassbar 

Die Tatsache, dass es sich bei Hymmen vielfach um Sondermaschinen mit kundenindividuellen Besonderheiten handelt, ist für findIQ kein Problem. Innerhalb der Software wird dies über grundlegende Templates gelöst, die für jede Einzelmaschine jeweils angepasst und mit spezifischen Informationen ergänzt werden. Selbst komplexe Anlagen lassen sich abbilden: Über sogenannten „Chains“, also Verkettungen. Verursacht Anlage 1 im Prozess einen Fehler, der aber erst an Anlage 3 sichtbar wird, dann ist dies in der Software verknüpft. 

Ausblick: Weitere Produktbereiche sind in Arbeit 

Der Bereich Digitaldruckanlagen gilt bei Hymmen als fast abgeschlossen. Aktuell arbeiten die Ostwestfalen daran, Doppelbandpressen und Flüssigbeschichtungsanlagen in das System zu bringen. Bei Hymmen existiert mittlerweile schon viel Erfahrung im Wissenstransfer mit der findIQ Software: „Es geht jetzt zügiger, weil wir intern Lerneffekte hatten“, berichtet Ahring. Die Wissensbasis für Digitaldruckanlagen stand beispielsweise nach etwa einem halben Jahr bereits zu 80 Prozent. 

„findIQ hat uns den schnellsten Weg zur optimalen Nutzung und Monetarisierung von knappem Dienstleistungs-Know-how aufgezeigt“, fasst Michel Ahring zusammen. „Wir können so unseren Kunden eine Hilfestellung zur Selbsthilfe geben – und das entlastet uns dabei, rund um die Uhr in verschiedenen Ländern der Welt mit Servicetechnikern vor Ort zu sein.“ Und ist in Richtung Kunde künftig mehr denn je ein gewichtiges Argument, wenn es darum geht, technologisch anspruchsvolle Anlagen in die gesamte Welt zu exportieren.